Alleine durch Vietnam und meine Angst vor diesem Trip

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Zu allererst sage ich „Dankeschön“ an Mad von Weltenstuermer.de  für diesen Gastartikel in meinem Blog. Mad steht vor seiner ersten großen Reise, und das alleine, nach Vietnam. Er erzählt dir von seinen tiefsten Träumen, Wünschen und vorallem dass er raus muss auf der suche nach sich und den Abenteuern.

 


 

Alleine durch Vietnam und meine Angst vor diesem Trip

 

Seit Wochen bereite ich mich schon auf diese Reise vor. Es wird das erste Mal alleine. Das erste Mal so lange und das erste Mal Vietnam.

 

– Und das erste Mal bin ich nicht aufgeregt, sondern ich habe Angst –

Denn für 45 Tage bin ich in der Fremde auf mich allein gestellt und rund 11.000 Kilometer sind zwischen mir und meinem Zuhause – Zuhause, der Ort, den ich kenne, an dem ich mich sicher fühle, der mir alles bieten kann, was ich zum Leben brauche, bloß eines nicht: Abenteuer.

Und deshalb will ich fort von hier. Für einige Wochen zumindest.

 – Ich will Abenteuer, verdammt! –

Will mich verlieren, um mich dann zu finden.

Will meine Scheuklappen abstreifen und mit offenem Herzen die Schönheit der Welt betrachten.

Will mich in Gefahren begeben, die ich mir hier, im wohlbehüteten Zuhause, niemals ausmalen könnte.

Will neue Kulturen und Menschen kennen lernen, will das Leben in all seinen Facetten erleben.

Und ich will, dass die Welt auf mir ihre Spuren hinterlässt und wenn ich dann zurückkomme, dann möchte ich ein anderer sein.

 

Etwas Angst nehme ich dabei gerne in Kauf. Sie bewahrt mich schließlich davor, mich nicht Hals über Kopf in irres, beinbrecherisches Zeug zu stürzen.

– Aber zu viel davon behindert auch –

– Also muss ich die Angst so klein wie möglich halten // Egal wie –

Mittlerweile habe ich auch herausgefunden, dass es nicht die Angst ist, die mein primäres Problem ist, sondern vielmehr ist es die Fülle an Information über ein fremdes Land, die mir erst diese Angst bereitet.

Und genau deshalb habe ich mich entschieden, mich so wenig wie möglich „in Vietnam einzulesen“. Leider hat es nicht ganz so gut geklappt, denn ich habe so manches gemacht, das ich nicht machen wollte.

– Impfungen und Medikamente kaufen zum Beispiel – 

Grundsätzlich bin ich ja recht misstrauisch gegenüber Impfungen, Antibiotika und all den Mittelchen der Pharmaindustrie und so habe ich mich, als ich letztes Jahr mit einem Freund nach Thailand geflogen bin, nicht geimpft und keine Medikamente eingepackt. Das tägliche Schlückchen Whiskey reichte mir, gesund zu bleiben. Und auch wenn ich einen Tag lang kurz Fieber hatte, war alles okay.

– Dieses mal schaut es anders aus. Sehr sogar –

Denn ich bin alleine. Im Ernstfall bin nur ich, der sich um mich kümmern kann – und denkt man das weiter, kommt schon großer Bammel davor auf.

Nach kurzer Recherche über Krankheit und Hygiene in Vietnam, hat mich dann richtig große Angst gepackt und mich dazu gedrängt im Krankenhaus anzurufen, um kurzfristig noch einen Termin für ein Gespräch über Vorbeugungsmaßnahmen zu machen.

Nun, fünf Tage vor der Reise, sitze ich hier, tippe diese Zeilen und habe ein flaues Gefühl im Magen – doch es ist nicht mehr die Angst, die sich da bemerkbar macht, sondern die Nebenwirkungen der Impfungen. Na ja, genaugenommen nur von einer.

Aus Angst, ich könnte, so weit weck von Zuhause an irgendwas erkranken, nahm ich breitwillig alles, was mir Frau Doktor empfohlen hat:

Das Auffrischungspaket mit Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio in den linken Arm (auah!) und Hepatitis A in den rechten.

Typhus gab’s ganz easy als Schluck-Impfung für Zuhause (wobei ich es schaffte sie falsch einzunehmen).

Für Tollwut war es zu spät – Nicht beißen lassen!, meine neue Devise dagegen.

Nun ist die große Angst fort und all die Nebenwirkungen der Typhus-Impfung sind da: Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall.

– Angstfreiheit hat eben seinen Preis –

Und das erfuhr ich ein weiteres Mal in der Apotheke, als Malarone nicht von meiner Krankenversicherung gedeckt wurde und ich mit einer stolzen Rechnung von über 140,00 € und einem Sack voll Was-Wäre-Wenn-Mittelchen dort rausmarschierte.

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Viel wichtiger ist aber, dass ich nun kaum noch Ängste hege. Und was dann passiert, das weißt du hoffentlich:

– Man beginnt zu träumen –

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Und weil ich in Träumen echt gut bin und das eine meiner Lieblingsbeschäftigungen geworden ist, seit ich das wieder mache, träume ich nun mit Unterstützung zauberhafter Fotos aus dem Internet von den Orten, die ich mit etwas Glück bald besuchen werde.

Und ich träume von noch mehr. Ich träume von Drachen und vom Fliegen, von wundersamen Begegnungen und von viel viel Lebensfreude für mich und meine Seele, an den mir fremdartigsten Orten auf der anderen Seite unseres Planeten. In Vietnam.

– Und ich träume von Spuren, die die Welt auf mir hinterlässt –

Und ich hoffe es sind schöne und bunte Spuren, solche, die mich breit grinsen lassen.

Zeit genug müsste dafür ja sein. Und auch an der Strecke dürfte es nicht scheitern. Denn es geht in 45 Tagen von der Hauptstadt Hanoi im Norden, ungefähr 1600 km runter in den Süden. Nach Ho Chi Minh City (Saigon), der größten Stadt des Landes.

Alle Ziele dazwischen sind mir jedoch unbekannt. Genau da liegt auch der Reiz, denn diese Strecke gilt es auszufüllen mit Abenteuern und Geschichten und schönen Momenten. Und den spontanen Spuren des Lebens.

– Aber ein Ziel, das habe ich dann doch –

Ich will dorthin, wo noch keiner war, und vor mir sicherlich auch keiner sein wird:

Komplett in meiner Mitte. Ruhig und gelassen, und dabei vollkommen angstfrei die Schönheit des Lebens genießend – tief drinnen in mir selbst, während ich wandere, weit draußen in der Welt.

5 Kommentare - Sei der Nächste

  1. Sehr schöner Gastartikel. Geniesse Vietnam!!!!

  2. Hallo Neele,

    danke dir! Habe gerade ein Hotel bezogen. Man bin ich fertig, heute geht nichts mehr 🙂

    Danke Markus, den werde ich haben!

    Schöne Grüße,
    Mad

  3. Vietnam ist ein wunderschönes Land!! Ein richtig schöner Artikel!! Ich war 2007 auf Phu Quoc und im Mekong Delta!

    LG Christoph

    am 19.03.2016 von Christoph

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